4

Vermögensschäden richtig absichern

Bei einigen freiberuflichen Tätigkeiten ist das Risiko, dass einem Dritten ein großer Vermögensschaden entsteht, sehr hoch. Einen entsprechenden Versicherungsschutz brauchen Sie, wenn Sie beispielsweise als Jurist, Arzt, Ingenieur, Steuerberater oder Dolmetscher eine Existenz gründen möchten. Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bietet Ihnen finanzielle Absicherung. Sie leistet bei vielen umfassenden finanziellen Schäden, die durch Fehler bei der Beratung oder Betreuung entstehen. Somit kann sie Ihnen enorme wirtschaftliche Belastungen ersparen.

Was bietet die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

[ad#Artikelbeginn links] Die Vermögensschadenhaftpflicht kommt auf bei sogenannten „echten Vermögensschäden“, die aus der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit bei Dritten entstehen. Diese beruhen weder auf Personen- noch Sachschäden, sondern ergeben sich durch Verletzung von Sorgfaltspflichten. Zwar werden Vermögensschäden auch von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt, doch ist die Deckungssumme meist niedriger als für Sach- und Personenschäden.

Grundsätzlich versichert die Vermögensschadenhaftpflicht die gesetzliche Haftpflicht des Versicherten in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit. Zusätzlich zur fehlerhaften Beratung gehören Termin- und Fristversäumnisse zu den üblichsten Ursachen von finanziellen Schäden bei einem Mandanten, Kunden oder Patienten. Weitere häufige Auslöser sind Mängel bei der Prozessführung und falsch abgelegte Akten. Für Sach- und Personenschäden besteht kein Schutz durch die Vermögensschadenhaftpflicht.

Prinzipiell können solche Fehler nicht nur durch ein Versäumnis Ihrerseits, sondern auch durch Handlungen Ihrer Mitarbeiter entstehen. Womöglich fehlt es Ihrem Personal in einer bestimmten Situation an nötigen Informationen und Ihr Kunde wird falsch beraten. Auch in einem solchen Fall kann die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung einspringen. Generell zahlt sie bei begründeten Haftpflichtansprüchen und hilft bei der Abwehr von unbegründeten Haftpflichtansprüchen.

Schadensbeispiele

Bei beratenden Tätigkeiten sind Fragestellungen und Prozesse oft komplex und das Fehlerrisiko entsprechend hoch. Beispiele für finanzielle Schäden, die ein solcher Beruf bei einem Dritten verursachen kann, gibt es daher viele. Eines ist die mangelhafte Beratung durch einen Bauingenieur, die zu einem starken Gebäudeschaden führt. Der Kunde erhebt daraufhin Anspruch auf Schadensersatz, den die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung leistet.

Ein weiterer Beispielfall: Ein Steuerberater leitet eine Forderung von beträchtlichen Steuernachzahlungen verspätet an einen Mandanten weiter. Der Mandant kann die Nachzahlung nicht fristgerecht tätigen, und es ergeben sich Säumnisgebühren und eine mögliche Pfändung. Außerdem bleibt die Forderungsmitteilung aufgrund des Zeitmangels ungeprüft, sodass diese für den Mandanten nicht vollständig nachvollziehbar ist. Auch hier kommt es zu einer Schadensersatzforderung, der sich die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung annimmt.

Berufshaftpflichtversicherung

Bei der Berufshaftpflicht besteht Versicherungsschutz nicht nur bei Vermögensschäden, sondern auch für Personen- und Sachschäden, die der Versicherungsnehmer und mitversicherte Personen Dritten zufügen. Bei allen genannten Schadensarten bietet sie die Zahlung von Schadensersatz und die Abwehr von unbegründeten Ansprüchen. Für echte Vermögensschäden bietet die Berufshaftpflicht meist nur niedrige Deckungssummen.

Grundsätzlich sollten Sie sich für Vermögensschäden, die durch mangelhafte Planung, Beratung, Überwachung entstehen, gesondert über die Vermögensschadenhaftpflicht absichern.

Angebotsvergleich

Die Vermögensschadenhaftpflicht und die Berufshaftpflicht zählen für Freiberufler zu den unverzichtbaren Versicherungen, sagen viele Experten. Wie bei jeder Versicherung ist entscheidend, dass die Leistungen und Kosten Ihren Wünschen und Voraussetzungen entsprechen. Damit Sie einen wirklich soliden und nicht überteuerten Tarif finden können, sollten Sie zunächst mehrere Angebote mit einem Experten gegenüberstellen.

Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag bei Josephine Mühle, www.finanzen.de

 

Click Here to Leave a Comment Below 4 comments
Isabella - 5 years ago

In vielen Berufen ist eine Berufshaftpflichtversicherung ja sogar eine obligatorische Versicherung, die sich in den Kosten jedoch stark unterscheidet (http://www.haftpflichtversicherungtest.org/berufshaftpflichtversicherung-test-und-testsieger/)

Reply
Eva - 5 years ago

Welche Versicherung/en sind denn empfehlenswert, wenn man freiberuflich/selbstständig als Texter und PR-Berater sowie in der Pressearbeit tätig ist?
Und übernimmt eine Rechtschutzversicherung die Kosten, wenn z.B. ein Kunde nicht zahlt?

ich würde mich sehr freuen, hierzu Antworten zu erhalten.

Viele Grüße
Eva

Reply
Veronika Wengert - 5 years ago

Hallo Eva,

wichtig ist zunächst einmal, dass man sich selbst Prioritäten setzt: Welchen Versicherungsschutz brauche ich wirklich und was kann ich gut verschmerzen (z.B. eine kaputte Glasscheibe treibt sicher keinen Freelancer in den Ruin, also kann man sich die Glasversicherung eher sparen). Eine gute Übersicht bietet der (unabhängige) Versicherungsmakler des Deutschen Journalisten Verbandes, Helge Kühl: http://vs.djv.de (PDF: „Welche Versicherungen benötigt der freie Journalist?“). Auch als Podcast abrufbar und nicht nur für Journalisten interessant!

Generell sind die Berufsverbände für Versicherungsangelegenheiten eine gute Anlaufstelle: Die meisten bieten ihren Mitgliedern in der Regel rabattierte Rahmenverträge an und kooperieren mit Versicherungsmaklern. Entsprechend sind die Produkte auf die jeweilige Branche zugeschnitten (und man muss keine teuren Produkte zahlen, die man ohnehin nicht benötigt). So bietet Ver.di beispielsweise seinen Mitgliedern Rabatt bei einer „Beruflichen Rechtsschutzversicherung für Selbständige“ an. Die Stiftung Warentest hat einige Rechtsschutzversicherungen getestet (Download für 1,50 EUR): http://www.test.de/Rechtsschutzversicherung-Mehr-gute-Tarife-4310128-0/

Falls Sie als PR-Expertin etwa an der Erstellung von Broschüren beteiligt sind und der Auftraggeber (z.B. ein Verlag) Sie nicht von einer Haftung freistellt – ist eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung sicher ratsam. Diese deckt immaterielle Schäden ab, z.B. wenn eine Broschüre aufgrund von Fehlern oder Urheberrechtsverletzungen (z.B. nicht freigegebene Fotos) eingestampft werden muss – und der Auftraggeber Sie zur Kasse bitten möchte.

Mit einer Inkasso-Rechtsschutzversicherung lassen sich bereits geringe Forderungen außergerichtlich eintreiben. Alternativ dazu umfasst die Firmenrechtsschutzversicherung diese Leistung – je nach Anbieter. Leider habe ich persönlich keine Erfahrung damit – freue mich jedoch über Kommentare dazu!

Noch etwas: Falls ein Kunde nicht zahlt, empfiehlt sich zunächst ein Telefonat (nett formulieren, z.B. „Ist meine Rechnung bei Ihnen angekommen?“), bevor eine Mahnung geschickt wird (Mahnstufen einhalten!). Gemeinsam mit dem Kunden kann dann etwa Ratenzahlung vereinbart werden (besser als ein kompletter Forderungsausfall). Falls Mahnen und Co. nichts hilft, wäre auch die Zusammenarbeit mit einem Inkassobüro möglich (seriöse Anbieter beim Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen erfragen).

Reply
Holger Schnittker - 3 years ago

Schade, wichtiges Thema, leider nicht sauber abgearbeitet.

Berufshaftpflicht: Der Versicherungsschutz (reine Vermögensschäden) oder ggf. auch Personen und Sachschäden ist abhängig von der berufl. Tätigkeit.
Bei den Kammerberufen wie Steuerberatern ist es die reine Vermögensschadenhaftpflicht. Für die Absicherung von Personen-und Sachschäden ist eine separates Betriebshaftpflicht notwendig, weil unterschiedliche Vertragsgrundlagen.
Bei Ärzten und Ingenieuren sind in der Berufshaftpflicht Personen-Sach-und Vermögensschäden mitversichert.

Dieser o.a. Text:

Bei der Berufshaftpflicht besteht Versicherungsschutz nicht nur bei Vermögensschäden, sondern auch für Personen- und Sachschäden, die der Versicherungsnehmer und mitversicherte Personen Dritten zufügen. Bei allen genannten Schadensarten bietet sie die Zahlung von Schadensersatz und die Abwehr von unbegründeten Ansprüchen. Für echte Vermögensschäden bietet die Berufshaftpflicht meist nur niedrige Deckungssummen. Grundsätzlich sollten Sie sich für Vermögensschäden, die durch mangelhafte Planung, Beratung, Überwachung entstehen, gesondert über die Vermögensschadenhaftpflicht absichern.

ist leider inhaltlich falsch.

Reply

Leave a Reply: