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Existenzgründung: Tipps für die Praxis

Für viele Freelancer ist der Weg in die Selbständigkeit eine klare Entscheidung. Vielleicht gibt es Ihren Beruf überhaupt nicht als Festanstellung, etwa als Übersetzer einer exotischen Sprache. Vielleicht hat Ihnen Ihr Arbeitgeber unerwartet gekündigt oder Ihre Familie braucht Sie zu Hause verstärkt. Existenzgründung ist allerdings nicht für jeden geeignet und auf alle Fälle eine Typfrage. Prüfen Sie vor der Selbständigkeit, ob Sie mit gewissen Dingen zurechtkommen würden.

Eigenverantwortlich entscheiden

Als Freelancer sind Sie Ihr eigener Chef. Das bringt viele Entscheidungen mit sich, über die Sie in Ihrem bisherigen Angestelltenverhältnis vermutlich eher nicht nachdenken mussten. Das können große oder kleine Entscheidungen sein: Sei es die Farbe Ihres Firmenlogos, Ihre Kernarbeitszeit oder der Mindestpreis, den Sie für Ihre Dienstleistungen verlangen möchten. Sie können die Marktpreise mit Dumping-Honoraren verderben oder mit allzu hohen Honorarforderungen wichtige Aufträge einbüßen – es hängt von Ihrer Entscheidung ab. Werden Sie sich zunächst einmal bewusst, dass Sie keinen Vorgesetzten mehr haben werden, der Ihnen solche Dinge vorgibt oder abnimmt.

Eigenen Kundenstamm aufbauen

Wer als Freelancer bei Null anfängt, etwa direkt nach dem Studium, hat es schwer. Einfacher ist es hingegen, wenn Sie bereits einige Jahre in Festanstellung tätig waren und die Branche kennen. Dann wissen Sie, wer Ihre Zielgruppe und potenziellen Kunden sind. Und vielleicht bringen Sie bereits den einen oder anderen Kontakt mit. Das macht vieles einfacher, als eine Kaltakquise am Telefon, bei der es darum geht, eine völlig unbekannte Person von den eigenen Qualitäten zu überzeugen.

Buchhaltung selbst machen

Es liegt sicher nicht jedem. Dennoch müssen Rechnungen geschrieben, Mahnungen verschickt und die Umsatzsteuer fristgerecht ans Finanzamt abgeführt werden. Das erfordert zumindest grundlegende Buchhaltungskenntnisse, die sich jeder Freelancer aneignen sollte. Sicher gibt es Steuerberater, die einem unter die Arme greifen – dennoch schadet es nicht, wenn Sie Ihre Umsatzsteuererklärung ans Finanzamt selbst ausfüllen können. Zudem schont es den Geldbeutel!

Ohne Verwaltung und Co. geht es nicht

Wer den Sprung in die Selbständigkeit wagt, muss realistisch bleiben. Waren Sie vorher Redakteur und sind nun freier Journalist, der davon träumt, nur noch spannende Reportagen zu recherchieren und zu schreiben? Dann schminken Sie sich diese Illusion ab. Nur ein Bruchteil der Arbeitszeit geht für die eigentliche Tätigkeit drauf. Die meiste Zeit werden Sie sicher mit Kundenakquise, Anfragen, Auftragskalkulation, Netzwerken, Fortbildung, Buchhaltung und anderen Dingen verbringen, die mit der eigentlichen Arbeit nicht immer viel zu tun haben.

Der Kunde ist König

Sie machen einen gewissen Ablauf schon seit Jahren. Und zwar genau so und nicht anders! Vergessen Sie es, denn die Wünsche des Kunden haben bei Freelancern Vorrang. Dazu gehört eine gewisse Portion Flexibilität, aber auch die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen oder neue Methoden auszuprobieren. Und nicht zuletzt: Immer freundlich bleiben, auch wenn der Kunde nun schon zum fünften Mal eine Änderung seines Auftrags vornimmt. Er wird es Ihnen sicherlich danken – und nicht zuletzt Ihre Dienstleistungen weiterempfehlen!

Zeitlich flexibel bleiben

Wer jeden Abend um 17 Uhr auf sein Feierabendbier hofft, sollte sich den Sprung in die Selbständigkeit noch einmal überlegen. Oft kommt noch ein Großauftrag, sei es ein eiliger Artikel oder eine Übersetzung, erst kurz vor Feierabend reingeflattert. Und wird am nächsten Morgen „ach-so-dringend“ schon benötigt. Wer ständig auf pünktlichen Feierabend pocht, dürfte sich selbst um manchen lukrativen Auftrag bringen. Jedoch gilt auch hier: Lassen Sie sich nicht immer auf Nachtschichten ein, schon gar nicht ohne entsprechende Zuschläge. Die Abende ab und zu arbeitend zu verbringen, gehört allerdings zum Freelancer-Dasein. Schaden tut es nicht, solange es nicht zur Regelmäßigkeit wird!

Soziale Kontakte pflegen

Wer alleine im häuslichen Arbeitszimmer arbeitet, muss sicher aktiver werden als Angestellte. Zumindest im Hinblick auf soziale Kontakte. Angestellte (oder Freelancer-Kollegen in einer Bürogemeinschaft) treffen Ihre Kollegen im Büro, in der Teeküche oder zufällig im Fahrstuhl. Freelancer, die alleine zu Hause arbeiten, haben diese sozialen Kontakte nicht. Sie müssen Freunde und Kollegen zunächst einmal kontaktieren, um ein Treffen zu vereinbaren. Spontan geht hier nichts!

Durchhaltevermögen beweisen

Nun sind Sie zwar frischgebackener Freelancer, doch Ihr Telefon schweigt schon seit Tagen? Ihr Auftragsbüchlein gähnt Sie vor Leere an? Keine Bange, der nächste Auftrag kommt bestimmt bald! Lassen Sie den Kopf nicht hängen! Freuen Sie sich lieber über die gewonnene Zeit, die Sie nun sinnvoll nutzen können: Sie wollten den Schreibtisch schon längere Zeit aufräumen? Oder sich ein neues Logo für Ihre Visitenkarten überlegen? Oder die eigene Website updaten? Oder potenzielle Kunden anwerben? Jetzt ist genau die richtige Zeit dafür, dazu sind Leerlauf-Phasen da!

 

 

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Free_Tommy - 5 years ago

Wer Schwierigkeiten bei der Existenzgründung hat, kann sich auch Unterstützung holen. Auf Websites wie
http://www.freelance-market.de/c/Berater-Existenzgr%C3%BCndung können bspw. ab 23Euro/h Existenzgründer zu Rate gezogen werden.

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