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Buchführung für Freelancer

Wer sich als freier Mitarbeiter (engl. Freelancer) selbstständig macht, sollte sich bereits in der Gründungsphase mit dem Thema Buchhaltung beschäftigen – auch wenn geplant ist, die Buchhaltung an einen externen Dienstleister zu vergeben. Kenntnisse der Buchführungsgrundlagen helfen dabei, die Arbeit eines Steuerberaters interpretieren zu können. Außerdem sind Buchhaltungskenntnisse auch deshalb von Vorteil, um das eigene Geschäft erfolgreich steuern zu können: Denn wer seine Buchhaltung im Griff hat, hat auch sein Unternehmen im Griff!

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Ein Gastbeitrag von Frank Elsenbruch.

Weshalb Buchführung?

Bei der Buchführung als Freiberufler müssen im Wesentlichen die Einnahmen und Ausgaben festgehalten werden. Der Vorteil: Sie sind immer über die aktuelle finanzielle Situation und über Ihre Geschäftsentwicklung informiert. Eine ordnungsgemäße Buchhaltung ist aber nicht nur im eigenen Interesse sinnvoll, sondern auch, da das Finanzamt sie für die Ermittlung der zu zahlenden Steuern (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Einkommenssteuer) fordert.

Sind Sie zur Buchführung verpflichtet?

Als Freiberufler sind Sie von der Buchführungspflicht (d.h. doppelte Buchführung mit Jahresabschluss inklusive Gewinn- und Verlustrechnung) befreit und müssen lediglich dem Finanzamt Ihren Gewinn oder Verlust offenlegen. Die Gewinnermittlung erfolgt üblicherweise über das Aufstellen einer Bilanz oder einer Einnahmeüberschussrechnung (EÜR). Wer den freien Berufen angehört, regelt § 18 Abs. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG). Falls Sie sich nicht sicher sind, ob bei Ihrer Tätigkeit ein freier Beruf vorliegt, können Sie das Finanzamt um eine Bewertung bitten.

Wie funktioniert die Einnahmeüberschussrechnung?

Bei der einfachen Buchführung werden Einnahmen und Ausgaben des laufenden Geschäftsjahres erfasst und gegenübergestellt. Alle im Geschäftsjahr angefallenen Einnahmen und Ausgaben sollten chronologisch erfasst und die Rechnungsbelege gut aufbewahrt werden. Die Aufzeichnung kann in Form einer Tabelle entweder handschriftlich oder über ein Tabellenkalkulationsprogramm erfolgen. Wenn Sie nicht extra eine Tabelle anlegen möchten können Sie auch eine EÜR Buchhaltungssoftware nutzen.

Einnahmeüberschussrechnung erstellt – was nun?

Die im laufenden Jahr angefallenen Einnahmen und Ausgaben werden in der EÜR gegenübergestellt und dadurch der Gewinn oder Verlust des Geschäftsjahres ermittelt. Mit amtlichen Vordruck (Anlage EÜR) des BMF werden die Daten an das Finanzamt übermittelt und daraus die zu zahlende Steuer ermittelt.

Tipps zur Vorbereitung

  1. Machen Sie sich vorher schlau, ob Sie als Freiberufler eingestuft werden.
  2. Grundsatz: Keine Buchung ohne Beleg! Alle Belege sollten Sie sammeln und sorgfältig aufbewahren.
  3. Schaffen Sie sich ein geordnetes Ablagesystem für Rechnungen und beachten Sie die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen!
  4. Legen Sie Rechnungen in einem Ordner alphabetisch ab. Rechnungen einer Firma können Sie chronologisch ordnen.
  5. Achtung bei Quittungen auf Thermopapier – sie bleichen innerhalb kurzer Zeit aus!
  6. Erfassen Sie die Einnahmen und Ausgaben zeitnah, um nicht den Überblick zu verlieren.
  7. Beachten Sie die Abgabefristen für Ihre Umsatzsteuervoranmeldung!
Über den Autor: Frank Elsenbruch arbeitet im Bereich Online-Marketing und beschäftigt sich beruflich mit den Themen Online-Unternehmenssoftware für Gründer, Selbstständige und Freelancer. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu diesem Thema.
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Gerald - 3 years ago

Hi, Unterstützung für alle Freelancer in der Buchführung haben wir für Euch mit tagwerk geschaffen, inklusive Stundensatzrechner für die Preiskalkulation http://www.mein-tagwerk.de
Grüße

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Rainer - 9 months ago

Ein sehr interessanter Artikel. Als Freelancer, vor allem wenn man erst neu im Geschäft ist, empfehlt sich wirklich eine Online-Buchhaltung. Da wird alles vereinfacht und anschaulich dargestellt. Rechnungen können gebucht und abgespeichert werden. So erspart man sich die lästige Abhefterei von hunderten von Rechnungen.

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Stephanie F. - 7 months ago

Liebe Grafiker, Developer, Texter, Fotografen, usw. – Wir haben ein extra Paket für Freelancer geschnürt – Mit einem Klick Arbeitsstunden aufzeichnen, einem Projekt bzw. Kunden zuordnen und mit einem weiteren Klick eine Rechnung erstellen – so werdet ihr mühelos die Mühe los :). Ihr könnt unsere Buchhaltungslösung 30 Tage kostenlos testen: http://teste.everbill.com/freelancer/

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