So erstellen Sie Bildvokabeln für die optimale Moderation

Informationen visualisieren – das müssen Sie als Freiberufler gelegentlich auch, sei es bei einer Kundenvorstellung, dem Meeting mit einem Klienten oder als Seminarleiter. Der geübte Profi nutzt für eine Präsentation vor allem zwei Dinge: Visuelle Elemente und einen Flipchart. Denken Sie jetzt nicht, dass das nur Experten können – es ist einfacher, als Sie denken!

Bildvokabeln als Schlüssel

Bildvokabeln sind ganz entscheidend. Ebenso, wie Sie sprachlich die treffenden Wörter verwenden, um einen konkreten Sachverhalt auszudrücken, muss dies auch Ihr Bildvokabular können. Dies ist nicht immer ganz einfach und viele, die sich nicht wie ein geborener Picasso fühlen, wenden sich schnell wieder von diesem Vorhaben ab. Das Projekt wird rasch auf Eis gelegt, sobald sich die ersten Versuche auf dem Blatt einstellen, die nicht gut aussehen (oder zu viel Interpretationsspielraum zulassen). Das muss allerdings nicht sein, denn es geht nicht darum, perfekt malen zu können! Vielmehr müssen Sie sich ein Bildvokabular aneignen, dass schnell darzustellen, zugleich jedoch auch eindrucksvoll und unmissverständlich ist. Genau darum geht es: Der Betrachter muss es sofort erfassen und zugleich begreifen können.

Einige Dinge sollten Sie dabei beachten:

Aufbau eines guten Bildvokabulars

Der Aufbau eines Bildvokabulars kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Ein pragmatischer Weg wäre beispielsweise:

  1. Erstellen Sie sich zunächst ein Begriffsvokabular, das konkret für Ihre Arbeit wichtig ist. Sind Sie beispielsweise technischer Übersetzer, wird das Wort „Zahnrad“ vielleicht zu Ihrem häufig verwendeten Wortschatz gehören. Die Assoziationen, die Sie damit verbinden, unterscheiden sich vermutlich von denen, die ein anderer Freiberufler – etwa ein Ingenieur oder Statiker – damit verbindet. Gewisse Komponenten des Begriffs sind jedoch übergreifend: So hat ein Zahnrad in der Regel Zacken und ist kreisrund.
  2. Beim Brainstorming sollten Sie nun darüber nachdenken, wie oft Sie welche Begriffe bei Ihrer Präsentation vortragen. Ideal wäre es, dabei zehn bis 20 verschiedene Wörter herauszufiltern. Schreiben Sie diese auf! Genau mit diesen Begriffen beginnen Sie dann. Gehen Ihnen die Ideen aus, sollten Sie Ihren eigenen Flyer lesen, einen Blick auf die Website der Kollegen werfen, sich alte Ausschreibungen an oder ein bereits erstelltes Angebot anschauen.
  3. Legen Sie nun eine Tabelle mit zwei Spalten an. In der einen ist das Wort enthalten, in der anderen das dazu gehörige Bild. Überlegen Sie nun, welches Bild das entsprechende Wort am besten umschreibt. Hier greifen die einzelnen semantischen Komponenten, die übergreifend auf diesen Begriff zutreffen. So ist unser bereits erwähntes Zahnrad etwa immer rund, mit Zacken, es läuft mit anderen Zahnrädern oder Ketten und so weiter.
  4. Bleiben die Ideen aus, hilft das Internet. So ist die Bildersuche von Google ein guter Ausgangspunkt. Geben Sie den entsprechenden Begriff, etwa „Zahnrad“, in die Suchmaschine ein und prüfen Sie die entsprechenden Treffer.
  5. Reicht dies nicht aus, sollten Sie neben dem Begriff auch den Zusatz „icon“, „Bild“, „Flipchart“ oder etwas Ähnliches eingeben – vielleicht ist nun etwas dabei, das Sie inspiriert!?
  6. Zur detaillierteren Suche bieten sich zudem Icondatenbanken im Internet an. Eine solche Datenbank ist beispielsweise der „Iconfinder“. Beachten Sie dabei, dass hier englische Suchbegriffe eingegeben werden müssen!
  7.  Ihre Liste mit den Bildvokabeln sollten Sie ständig überarbeiten und verbessern. Nach der ersten Präsentation beim Kunden sollten Sie sich die Zeit nehmen und einige Dinge reflektieren: Wo gab es Probleme? Was kann vereinfacht werden? Und was lief richtig gut?
  8. Ihr Ziel sollte es sein, jede Bildvokabel in sehr kurzer Zeit zu erfassen.

Malen Sie nicht

 Bei der Bildersuche über Google finden Sie teilweise sehr professionelle Bilder und Icons. Diese sind allerdings nur bedingt interessant, denn bei einer Präsentation oder bei einem Meeting haben Sie schlichtweg keine Zeit, sich zu verkünsteln. In der Datenbank „Iconfinder“ sind viele Bilder hingegen bereits vereinfacht, was bedeutet, dass sie größtenteils auf ihre wesentlichen semantischen Komponenten reduziert sind. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Ein Zahnrad ist rund und zugleich gezackt. Ob es nun grün, aus Metall oder Stahl ist, spielt für ein Icon erst mal keine Rolle. Wichtig sind nur die grundlegenden Komponenten, die allen Zahnrädern gemeinsam sind – und die der Betrachter entsprechend damit verbindet. Suchen Sie sich bei „Iconfinder“ einfach ein Bild aus, das Ihnen gefällt. Sie sollten es innerhalb von drei bis fünf Sekunden nachzeichnen können (am Anfang wird es sicherlich ein wenig längern dauern).

Erfassen Sie die wesentlichen Komponeten

Falls Sie Fotos aus der Google-Bildersuche nutzen, sollten Sie sich Gedanken machen, was die wichtigsten Elemente dieses Bildes sind. Diese sollten Sie extrahieren und schon kann es losgehen. So hat ein „Tisch“ beispielsweise immer eine Platte und Beine. Ob er nun rund, oval, lackiert oder zusammenklappbar ist, spielt keine Rolle. Wichtig sind nur die Komponenten „Platte“ und „Beine“ – wenn Sie diese richtig einsetzen, wird der Betrachter Ihre Bildsprache sofort verstehen und dem Bild den Begriff „Tisch“ zuordnen können.

Flipchart immer dabei

Mir persönlich ist es hin und wieder schon so ergangen, dass man zu einem Kunden kommt und überhaupt nicht weiß, welche Ausstattung einen dort erwartet: Gibt es einen Flipchart? Ein Whiteboard? Oder womöglich gar keine Präsentationstechnik? Da sich Flipcharts mit dem passenden Papier nur bedingt mitbringen lassen (vor allem nicht, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist), helfen vielleicht die folgenden beiden praktischen Alternativen:

  • Magic Charts. Diese praktischen statischen Folien kleben wirklich (fast) überall: An Fenstern, Türen, der Tapete oder auch auf dem Tisch. Sie können mit entsprechenden Stiften beschrieben werden – prompt hat man sein Mini-Flipchart immer in der Tasche mit dabei.
  • Stattys. Diese statischen Klebezettel lassen sich – ebenso wie Magic Charts – ebenso ideal unterwegs nutzen. Hier haben Sie die Möglichkeit, weitere Visualisierungen vorzunehmen.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie einige (gängige!) Bildvokabeln bereits im Vorfeld vorbereiten und diese zur Visualisierung Ihrer Präsentation einfach aufhängen. Letztlich gilt auch hier die alte Binsenweisheit: Übung macht den Meister!

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