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Besser recherchieren im Internet – 12 Tipps

Nicht nur für Journalisten, Übersetzer und Autoren gehört das Googeln nach bestimmten Wörtern zum Berufsalltag, sondern auch für andere Freelancer. Zwar ist die Suche im virtuellen Suchmaschinen-Orakel Google denkbar einfach, bringt jedoch nicht immer das gewünschte Ergebnis. Wie man mit wenigen Mausklicks qualitativ besser im Internet recherchieren kann, erfahren Sie hier.

Ob Fachbegriffe, Fremdwörter oder Synonyme: Wer heute ein bestimmtes Wort sucht, befragt heutzutage meist die marktführende Internet-Suchmaschine Google www.google.de. Mit einer unüberschaubaren Fülle von Suchergebnissen mag diese zwar allwissend erscheinen, viele der gegoogelten Begriffe entpuppen sich jedoch als Flop und haben mit dem Gesuchten oft nichts zu tun. Für eine anspruchsvolle wissenschaftliche Recherche eignen sich dabei nur die wenigsten Treffer.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Das Ergebnis erscheint in einer Fremdsprache (die sich trotz Google-Übersetzer nicht wirklich erschließen lässt), zeigt eine wenig vertrauenswürdige Quelle an oder nimmt die Wortverbindungen auseinander, um deren Bestandteile einzeln anzuzeigen. Das Ergebnis: Eine unüberschaubare Anzahl an Treffern, von der man ohnehin meist nur die am besten gerankten Seiten anklickt – die Orientierung fällt oft schwer.

Die Recherche im Internet kann jedoch mit wenigen Klicks nicht nur eingegrenzt, sondern auch qualitativ verbessert oder erweitert werden. Wer wissenschaftliche Termini sucht, wird oftmals in pdf-Files eher fündig und kann die Suche im Vorfeld einschränken. Die Eingabe erfolgt in der „Erweiterten Suche“ oder im Suchfeld, mittels einer bestimmten Suchmaschinen-Syntax. Nicht nur Google, sondern auch andere Suchmaschinen wie Bing oder T-Online  (verwendet google), kennen eine vergleichbare Syntax. Doch auch fremdsprachliche Suchmaschinen oder Meta-Suchmaschinen führen manchmal zu einem besseren Ergebnis.

Lesen Sie hier unsere zwölf Tipps für eine bessere Recherche im Internet:

Tipp 1: Worauf es zunächst ankommt

Wichtig für die Recherche im Internet ist stets ein kritischer Blick: So sollte man zunächst auf die Aktualität der Website achten, ob die Seite überhaupt noch gepflegt wird. Daraus lässt sich schließen, ob den Betreibern etwas daran liegt und ob die Information möglicherweise bereits veraltet ist.

Ob die Angaben auf der Seite sachlich richtig sind, lässt sich im Internet-Zeitalter leicht auf anderen Websites nachprüfen – nicht nur bei Wikipedia www.wikipedia.de. Seiten von Universitäten sind in der Regel vertrauenswürdiger als andere.

Überhaupt zählt neben Aktualität und Seriosität auch die Quelle, da unterschiedliche Ziele damit verfolgt werden: Dass es einen Unterschied macht, ob die Wirkung eines Arzneimittels auf der Seite eines Pharmakonzerns oder einer unabhängigen Verbraucherschutzseite beschrieben wird, muss an dieser Stelle sicherlich nicht gesondert erklärt werden.

Tipp 2: Erweiterte Suchfunktion bei Google nutzen

Ein wenig versteckt ist die Option „Erweiterte Suchfunktion“ auf der Google-Website schon: Erst wenn der Nutzer ans Ende der Website scrollt, entdeckt er dort diese praktische Funktion, um die Suche im Netz einzuschränken. So zeigt Google.de beim Suchbegriff FREELANCER BLOG (Eingabe ohne Anführungszeichen) stolze 134 Millionen Suchergebnisse an. Mit der Funktion „Erweiterte Suchfunktion“ kann jedoch festgelegt werden, ob etwa nur deutschsprachige Seiten aus Deutschland angezeigt werden, die im vergangenen Jahr (oder innerhalb eines kürzeren Zeitraums) aktualisiert wurden. Soll die Wortverbindung ausschließlich in der Überschrift auftauchen, werden nur noch 41 Suchergebnisse angezeigt. Nun dürfen Sie einmal raten, welche Website www.freelancer-blog.eu sich unter diesen Treffern befindet.

Tipp 3: Suche nach Bildern, Videos und Co.

Google ermöglicht nicht nur die Suche nach Websiten. Vielmehr kann konkret nach bestimmten Bildern, Videos, News oder gar Shopping-Vorschlägen zum jeweiligen Suchbegriff gesurft werden. Wer einen Duden kaufen möchte, gibt das Wort „Duden“ in die Google-Suchmaske, klickt auf Shopping und kann die Treffer dort nach Anbieter, Preis oder beispielsweise „kostenlose Lieferung“ sortieren. Die entsprechenden Suchfunktionen finden sich auf der linken Bildschirmhälfte der Google-Website.

Tipp 4: Suche nach Zeit, Sprache und Ort einschränken

Unmittelbar darunter kann die Suche zeitlich, räumlich und sprachlich eingeschränkt werden. Dazu müssen lediglich die Einstellungen „Beschränken auf…“ auf der linken Bildschirmseite bei Google entsprechend verändert werden. Dadurch kann man sich etwa nur die Ergebnisse der vergangenen Stunde anzeigen lassen.

Tipp 5: Exakte Suche

Noch schneller geht die Sucheingrenzung bei Google, indem man im Suchfeld eine Wortgruppe durch das Setzen von Anführungszeichen miteinander verbindet. Der Begriff wird dadurch als exakte Einheit gesucht. Während „Freelancer blog“ ohne Anführungszeichen die bereits erwähnten 134 Millionen Treffer ergibt, sinkt die Zahl der Suchergebnisse – einzig durch die Eingabe der Anführungszeichen – auf 463.000. Zwar immer noch zu viel, aber nur ein Bruchteil des vorherigen Ergebnisses.

Tipp 6: Erweiterte Suche mit ODER

Praktisch erweitert wird die Suche durch den Befehl „ODER“. Hierbei sucht Google beispielsweise zwei Begriffe, die entweder die maskuline oder feminine Wortform enthalten, da diese bei Google als zwei Wörter gelten. Beispiel für die Suchbegriffe: „Freiberufler“ bzw. „Freiberuflerin“:

Operator: ODER

Suchbegriff: Freiberufler | Freiberuflerin

Eingabe durch Alt+Strg+<>

Tipp 7: Suche nach Begriffen im Titel

Google sucht mit folgendem Befehl nur nach Suchbegriffen, die auch im Dokumententitel enthalten sind. Dadurch wird die Suche erheblich eingeschränkt. Beispiel „Freelancer“ als Suchbegriff:

Operator: intitle:

Suchbegriff: intitle: freelancer

Eingabe im Suchfeld (allgemein) als: intitle: suchbegriff

Tipp 8: Suche nach bestimmten Dokumententypen

Oft kommt es vor, dass wissenschaftliche Fachbegriffe eher in pdf-Files auftauchen. Meist hat sich der Autor solcher Dokumente mehr Gedanken zu diesem Thema gemacht, als es etwa in Foren oder auf anderen Websites der Fall ist (kann der Fall sein, muss jedoch nicht). Sucht man – ausgehend von dieser Überlegung – nach einem bestimmten Dokumententyp (hier: nach einem pdf-File), wird die Suche durch folgenden Befehl in der Suchmaske erheblich eingeschränkt.

Operator: typefile: oder ext:

Schreibweise: Suchbegriff ext: pdf

Tipp 9: Suche auf einer bestimmten Website

Die Suche kann ebenfalls erheblich eingeschränkt werden, indem nur auf einer bestimmten Website gesucht wird.

Operator: site:

Suchbegriff (Leertaste) site:www.gesuchtewebsite.com

Beispiel: Sie möchten wissen, ob unser Freelancer-Blog.eu bereits etwas über „Suchmaschinen“ veröffentlicht hat. Also geben Sie im Google-Suchfeld folgenden Befehl ein:

Suchmaschinen site:www.freelancer-blog.eu

Als Ergebnis erscheint unter anderem ein Artikel von 2011, in dem es um die eigene Internetseite geht.

Tipp 10: Metasuchmaschinen einsetzen

Metasuchmaschinen leiten die Suchanfrage an mehrere Suchmaschinen gleichzeitig weiter, auch an internationale. So wird nicht nur Google nach Treffern durchsucht, sondern eine Vielzahl an Suchmaschinen weltweit. Dabei gibt es kostenlose oder kostenpflichtige Varianten.

Als erste deutsche Suchmaschine gilt MetaGer, als Suchergebnis für „Freelancer blog“ erscheinen viele Ergebnisse von Yandex.com und Fastbot.de.

Beliebt ist auch die Metasuchmaschine Copernic, die beispielsweise Inhaltsänderungen auf Websites überwachen kann. Die Version „Copernic Agent Basic“ kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden. Die Versionen „Personal“ und „Professional“ sind hingegen kostenpflichtig, haben jedoch z.B. verfeinerte Suchfunktionen im Hinblick auf Fremdsprachen.

Tipp 11: Fremdsprachliche Suchmaschinen

Google ist nicht in allen Ländern Marktführer. Wenn Sie etwa Ergebnisse mit Russland-Bezug suchen, empfiehlt sich etwa der dortige Marktführer Yandex www.yandex.ru eher, der auch in Lateinschrift eingegebene Begriffe automatisch transkribiert und in kyrillische Schreibweise umwandelt.

Tipp 12: Recherchieren im Internet – Lesetipp

Wer sich eingehender mit einer wissenschaftlichen und kritischen Recherche im Internet auseinandersetzen möchte, sollte folgenden weiterführenden Link zum Thema „Recherchieren im Internet“ aufrufen.

 

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